Screencasts selbstgemacht
Bei meiner Arbeit konnte ich vor kurzem das Interesse an selbstproduzierten Screencasts wecken. Aktuell geht es dabei darum Mitarbeiter gezielter neue Features der firmeneigenen Software näher zu bringen, ohne ein gemeinsames Zeitfenster für eine größere “Schulung” finden zu müssen. Außerdem bleiben so die Information als Referenz im Intranet verfügbar und können bei Bedarf nochmals angeschaut werden.
Getestet habe ich zunächst die kommerziell orientierte Software Camtasia Studio der Firma Techsmith. Diese machte Bereits nach kurzer Zeit einen sehr guten Eindruck auf mich. Die Komprimierung des mitgelieferten Codecs war gut, die Bedienung komfortabel und man bekommt eine Menge weiterer Nachbearbeitungsmöglichkeiten, wie z.B. das nachträgliche Schneiden und Vertonen des aufgezeichneten Videomaterials. Selbst das zusätzlich Aufzeichnen von externen Quellen wie z.B. einer Webcam schien möglich zu sein.
Unterm Strich sind die ca. 300 Euro also wohl gerechtfertigt, dennoch stellte sich mir die Frage ob es nicht auch günstiger oder gar ganz umsonst geht.
Von der selben Firma gibt es für ca. 80 Euro noch eine aus meiner Sicht abgespeckte Variante, die trotz dessen sogar im Bundle mit der Studio Version verkauft wird. Diese verfügt über keinerlei nennenswerten Nachbearbeitungsfunktionen und bietet keinen Export in das Adobe Flash Format an.
Über die bereits oben genannte Wikipediaseite bin ich schließlich fündig geworden. Die opensource Implementierung CamStudio bietet alles wesentliche, was man sich wünscht (Fullscreencapturing, Aufnahme von Audioquellen, SWF-Export). Auch diese Software kommt mit einem eigenen Codec, welcher anscheinend jedoch nicht ganz so effizient arbeitet, wie der von TechSmith.
Nachträge Bearbeitungsfunktionen such man hier jedoch vergebens. Dafür hat man im Zweifel aber eine Menge Geld gespart und kann diese in ein einfaches Videoschnittprogramm investieren (oder man nimmt sich die Zeit und sucht selbiges in den einschlägigen opensource Verzeichnissen), welche einem anschließend in eine ähnliche Lage versetzen wie Camtasia Studio.
Beide Tools sind für Microsoft Windows ausgelegt. Für Anwendungen dieser Art, ausgelegt für alternative Betriebssysteme, sollten sich xvidcap und screenkast anschauen.


